Das Apprentice-Programm des Aro gTér ist für Buddhist(inn)en gedacht, die ihre Praxis vom allgemeinen Buddhismus hin zu dieser spezifischen Tradition vertiefen möchten. Es richtet sich an Menschen, die in ihrer persönlichen Praxis die Anleitung eines Lamas suchen und mit Begeisterung einen Beitrag zur Aro gTér-Linie und ihrer Sangha leisten möchten.
Im Mittelpunkt des Apprentice-Seins steht die Beziehung zum Lama oder zu den Lamas.
Ein Lama ist ein spiritueller Begleiter, der dich persönlich kennt, der die Einzelheiten deines Lebens und deiner spirituellen Entwicklung verfolgt und der auf dieser Grundlage deine Fragen beantwortet, indem er einen individuellen Studien- und Praxisweg für dich entwirft. Die Beziehung ist herzlich und ungezwungen. Apprentices können ausführlich per E-Mail und Telefon mit ihren Lamas kommunizieren und sich mit ihnen zu persönlichen Gesprächen treffen. Darüber hinaus begegnen Apprentices dem Lama in kleinen Gruppen, bei geselligen Zusammenkünften, spontanen Lehrgelegenheiten und im Rahmen von Projektarbeit.
Apprentices haben das Recht, an Apprentice-Retreats mit ihren eigenen Lamas teilzunehmen, oft auch mit anderen Aro-Lamas. Apprentice-Retreats sind weniger strukturiert als öffentliche Retreats, dafür aber intensiver. Sie umfassen fokussiertere Praxis, tiefergehende Belehrungen und Freude an engen Freundschaften innerhalb der Sangha.
Nur Apprentices haben Zugang zur Aro Apprentice-Website, die vielfältige Ressourcen für Praxis und Studium bereitstellt.
Voraussetzungen
Für die Aufnahme als Apprentice gelten bestimmte Voraussetzungen, damit Zeit und Mühen der Bewerber(innen), Lamas und anderer Apprentices nicht vergeudet wird. Zu den Voraussetzungen gehören:
- etwas Erfahrung und Verständnis von buddhistischer Praxis und Sicht;
- having attended at least one (preferably two or more) Aro gTér public retreats with the Lama or teaching couple of whom you wish to be an apprentice;
- die Teilnahme an mindestens einem (idealerweise zwei oder mehr) öffentlichen Aro gTér-Retreats mit dem Lama oder Lehrerpaar, bei dem du Apprentice werden möchtest;
- die Lektüre mehrerer der Bücher, die von Aro gTér-Lamas geschrieben wurden; und
- die Bereitschaft, dich sowohl der persönlichen Entwicklung als auch der Linie mit erheblichem Engagement zu widmen.
Apprentice zu sein lässt sich mit dem Eingehen einer monogamen Beziehung von unbestimmter Dauer vergleichen. Apprentice zu sein eignet sich nicht für diejenigen, die aktiv andere spirituelle Wege verfolgen. Die Aro gTér-Lamas ermutigen ihre Schüler(innen), von anderen buddhistischen Traditionen zu lernen, doch da es erheblichen Einsatz erfordert Apprentice zu sein, müssen andere Lehrpfade zweitrangig sein. Apprentice zu werden ist keine dauerhafte Verpflichtung; man kann sie jederzeit im Guten beenden. (Im Gegensatz dazu ist die Ordination eine dauerhafte Verpflichtung.) Wie dem auch sei: Es dauert mindestens ein Jahr, eine gut funktionierende Beziehung zu den Lamas aufzubauen. Daher ist es nur sinnvoll, Apprentice zu werden, wenn du einigermaßen zuversichtlich bist, dass dies ein Pfad ist, den du längerfristig gehen willst.
Wenn dich die Lehren des Aro gTér inspirieren, aber du noch nicht bereit bist Apprentice zu werden, dann könnte das Aro gTér-Mentorship eine gute Option für dich sein.
Apprenticeship oder Mentorship?
Apprenticeship und Mentorship ähneln sich oberflächlich darin, dass es sich bei beiden um eine Eins-zu-Eins-Beziehung handelt. Die Beziehungen und die Art der Unterweisung unterscheiden sich jedoch deutlich.
- Mentorship steht dir auch offen, ohne dass du einer bestimmten buddhistischen Tradition angehörst. Vielleicht wünschst du dir einfach Anleitung in deiner Meditationspraxis, während ein Apprenticeship Zufluchtnahme und das Ablegen der Bodhisattva-Gelübden voraussetzt.
- Als Teilnehmer(in) am Aro gTér-Mentorship-Programm kannst du gleichzeitig aktiv andere spirituelle Wege erkunden. Ein Apprenticeship bedeutet Verbindlichkeit und zumindest für eine gewisse Zeit den Aro gTér als deine spirituelle Heimat zu wählen.
- Von Apprentices wird üblicherweise erwartet, dass sie zweimal im Jahr an Apprentice-Retreats mit ihren Lamas teilnehmen. Wenn das aus geografischen oder zeitlichen Gründen nicht möglich ist, ist Mentorship womöglich die bessere Option.
- Es dauert Jahre, eine Beziehung zu einem Lama aufzubauen. Der Lama muss dich persönlich gut genug kennenlernen, um dich treffsicher beraten zu können. Es ist daher nur sinnvoll, Apprentice zu werden, wenn du dir einigermaßen sicher bist, dass die Beziehung Bestand haben wird. Mentorship hingegen erfolgt auf Monatsbasis. Es ist in Ordnung, sie einige Monate lang auszuprobieren, um zu sehen, ob es hilfreich ist und es jederzeit zu beenden.
- Den Mentor oder die Mentorin kannst du jederzeit wechseln. Ein Wechsel des Lamas ist hingegen unüblich.
- Mentorship kann eine gute Vorbereitung darauf sein Apprentice zu werden. Die Teilnahme am Mentorship-Programm ist jedoch keine Voraussetzung; du kannst auch direkt Apprentice werden.
- Nur Lamas können Ermächtigungen und Belehrungen erteilen, die für eine authentische Vajrayana-Praxis notwendig sind. Es ist möglich, eine Vajrayana-Praxis nach einer Ermächtigung durch einen Lama auszuüben, der nicht dein persönlicher Lehrer ist. Wenn du jedoch weiter voranschreitest, wird eine Beziehung zu einem Lama unverzichtbar.
- Ein Apprenticeship ermöglicht es dir, Teil einer eng verbundenen Gemeinschaft zu werden. Als Buddhist(in) Zuflucht zu nehmen, bedeutet auch, Zuflucht in der Sangha zu nehmen. Apprentices sind oft die engsten Freund(innen) untereinander und treffen sich regelmäßig, um auch in weltlichem Rahmen Zeit miteinander zu verbringen.
Qualitäten von Apprentices
Eine Apprenticeship verlangt Freundlichkeit, Offenheit, Begeisterung, Verantwortungsbewusstsein und Mut.
Güte: Ein Apprentice zu werden bedeutet nicht nur eine enge Beziehung zu den Lamas, sondern auch zu den anderen Apprentices: einer ganzen Familie von Vajrayana-Praktizierenden, die im Geiste von Freundschaft, Lebendigkeit, Humor und Großzügigkeit gemeinsam arbeiten, spielen und praktizieren.
Offenheit: Damit die Lamas hilfreich sein können, müssen Apprentices empfänglich für Anregungen, Ratschläge und Anleitung in der Praxis sein. Vorschläge sollten ernsthaft in Betracht gezogen werden.
Begeisterung: Ein Apprenticeship erfordert Begeisterung für die Aro gTér-Linie sowie einen erheblichen Einsatz von Zeit und Energie. Sie eignet sich dennoch für Menschen mit anspruchsvollen Lebensumständen, Berufen und Familien. Die Aro gTér-Lamas wissen, dass Menschen mit solchen Verpflichtungen unter Umständen weniger Zeit für formelle Praxis und Retreats zur Verfügung haben.
Verantwortung: Lamas sind keine Elternfiguren, auch wenn sie eine seelsorgerische Rolle übernehmen. Sie sind keine Psychotherapeut(inn)en, auch wenn sie die Psychologie der Wahrnehmung erforschen. Apprentices sind für ihre eigene Entwicklung und Lebensentscheidungen verantwortlich – ebenso für ihren Beitrag zur freudvollen Atmosphäre der Sangha.
Mut: Ein Apprenticeship kann auf freudvolle Weise verwirrend, auf unterstützende Weise konfrontierend und auf entspannte Weise anspruchsvoll sein. Es kann Grenzen erweitern und die Motivation wecken, das volle persönliche Potenzial auszuschöpfen. Neben der Fähigkeit zu entschlossenem Einsatz braucht es ein Gefühl ausgelassener Hingabe. Man braucht eine Geisteshaltung, die auch einen Fallschirmsprung nicht ausschließt. Furchtlosigkeit ist nicht zwingend notwendig – Offenheit und Bereitschaft hingegen schon.
Bewerbungsprozess
Bei Fragen zum Apprenticeship-Programm des Aro gTér wende dich bitte an apprenticeship@arobuddhism.org.
Eine Apprenticeship ist eine persönliche Beziehung zu einem bestimmten Lama oder Lama-Paar. Das Verfahren kann je nach Lama oder Lama-Paar unterschiedlich sein. Einzelheiten findest du auf der jeweiligen Webseite.